Wie die Zeit vergeht

Ohne Titel18-35mm | 35mm | f/1.8 | 1/40s | ISO 125

Was für eine Standard-Aussage, aber es stimmt doch.
Wie oft fragen wir uns, wo die Zeit schon wieder hin ist? Spätestens zu Weihnachten und Silvester fragt sich doch jeder, wo das Jahr geblieben ist. Aber auch zum Monatswechsel merkt man das gerne mal.
Oder wenn sich ein Lebensabschnitt dem Ende zuneigt und ein ganz neuer bevorsteht. Und damit bin ich mitten drin, in meiner aktuellen Situation.

Wo sind die letzten drei Jahren geblieben? Wie kann es sein, dass ich jetzt wirklich mit meiner Ausbildung fertig bin und meinen Ausbildungsbetrieb wohl nie wieder betreten werde?
Vor zwei Wochen hatte ich gerade meine Abschlussprüfung hinter mir, habe die ersten drei Zusagen fürs Studium bekommen, bin ausgerastet vor Freude über die neue Perspektive im Leben und so egal, wie mir die Prüfung zwischenzeitlich mal war, wollte ich sie nun doch nicht mehr verkackt haben und meinen Ausbildungsbetrieb einfach nur noch hinter mir lassen.
Natürlich war dort nicht alles schlecht, aber nach einigen Ungereimtheiten, immer neuen widersprüchlichen Möchtegern-Fakten und unzähligen Diskussionen, die ich wahrscheinlich auch noch ewig weiterführen könnte, bin ich einfach froh, weg zu sein.
Ich bereue den Schritt, diese Ausbildung über 300km von meiner Heimat entfernt zu machen und dafür auszuziehen kein Stück, auch wenn es jetzt beruflich in eine andere Richtung gehen soll.

Am Freitag – vor zwei Wochen – gab es dann jedenfalls auch direkt die Ergebnisse der Prüfung. Wie auch meine Mutter feststellen musste, war meine Freude darüber viel gedämpfter als jegliche Freude am Vortag beim Betrachten der Zulassungsbescheide. Irgendwie bin ich tatsächlich einfach davon ausgegangen, dass das geklappt hat. Zwar bin ich nicht freudestrahlend und völlig zufrieden mit meiner Leistung aus der Prüfung gegangen, aber man wollte uns da nie wieder sehen und für ein „bestanden“ musste es definitiv gereicht haben. Hat es auch und damit galt meine Ausbildung dann am Freitag als beendet.
Völlig ohne feierlichen Charakter gab es am letzten Tag zwar einen Blumenstrauß, aber das wars dann auch. Die Zeugnisse kamen per Post. Möglicherweise ein Grund, warum mir irgendwie der „richtige“ Abschluss und das Gefühl es wirklich geschafft zu haben, fehlt. Man hat sich verabschiedet und ist einfach gegangen. Das wars. Einfach so vorbei.

Ganz genau drei Jahre ist es jetzt her, dass ich meine Wohnung, die damals noch eine Baustelle war, besichtigt habe und ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, wie beschissen es mir damit ging. Die Wohnung war zwar ein wunderschöner Glücksgriff, aber ich wollte nicht ausziehen, ich wollte nicht von zu Hause weg und konnte mir nicht vorstellen, hier ganz alleine zu leben. Ja, die Situation hat mir echt verdammte Angst und viele viele Bauchschmerzen bereitet.

Doch ich habe die ganze Sache durchgezogen, bin stolz darauf und nun sitze ich hier und die ganzen Gefühle kommen irgendwie wieder hoch. Nur andersherum, falls das geht und man das so sagen kann.
Ich bin total gespannt aufs Studium und alles Neue, habe da zwar auch echt Respekt vor, aber ich bin mir auch gar nicht sicher, ob das alles in meinem Hirn überhaupt schon angekommen ist.
Hier jetzt aus der ersten eigenen Wohnung, die ich wirklich liebe und am liebsten mitnehmen würde, wieder auszuziehen, ist total merkwürdig. Ich will hier nicht weg und wieder – wenn auch nur vorübergehend – bei meinen Eltern einziehen.
Gerade in den letzten Monaten hatte ich hier abseits der Arbeit einfach eine total gute Zeit und ich wünschte, das würde jetzt nicht so plötzlich enden. Das hätte so auch gerne noch viel länger gehen dürfen, aber das Leben hält da noch andere Pläne für mich bereit. So richtig vorstellen, kann ich mir das alles noch nicht, aber zum Ende des Monats werde ich hier definitiv ausziehen und ich weiß jetzt schon, dass der endgültige Abschied nicht einfach werden wird.


Wer jetzt noch Interesse an Infos zum Bild hat: Passend zum Titel dieses Artikels, ist das Bild noch aus dem März und es war das letzte in meiner täglichen Strähne, die ich ja nach dem 365-Tage-Projekt noch ein paar Tage weitergeführt hatte.

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5 Kommentare zu “Wie die Zeit vergeht

  1. ich gratuliere dir zum abschluss. mir gings damals mit der fh auch so. da ein paar von uns „erst“ zum dritten (und letzten) termin angetreten sind, weil es sich nicht anders ausging, wurden wir damit „bestraft“, dass die sponsion vor unseren prüfungstermin gelegt wurde. ich hab diese institution auch nie vermisst.
    umso schöner, dass du jetzt perspektiven hast, auf die du dich freuen kannst. ich hoffe, dass du dich dennoch ab und an hier blicken lässt!

    • Danke!
      Irgendwie ist das echt eine blöde Situation, wenn ein Abschluss so sang- und klanglos über die Bühne geht, aber nun ja…nicht zu ändern^^
      Der Blog soll auf jeden Fall weitergeführt werden, aber ich kann bzw. will da einfach keine Regelmäßigkeit versprechen. Das habe ich in den letzten Monaten schon gemerkt^^

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