Gelesen im Dezember 2013

Mit meinem Weihnachtsbaum im Hintergrund präsentiere ich euch jetzt endlich die Bücher, die ich im vergangenen Monat gelesen habe. Eine durchaus bunte Mischung.

Bezemberbücher

1. Ein plötzlicher Todesfall von Joanne K. Rowling

Der Titel lässt vermuten, dass es sich bei diesem Roman um einen Krimi handeln könnte, tatsächlich ist es aber ein Drama, das sich in einer englischen Kleinstadt abspielt. Barry Fairbrother verstirbt plötzlich mit Anfang vierzig an einem Aneurysma. Dadurch wird sein Sitz im Gemeinderat frei und der Streit um genau diesen entflammt.
Es werden die Geschichten vieler verschiedener Familien erzählt, die aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten stammen, die unterschiedlichsten Hintergründe mitbringen und damit auch auf verschiedenste Weise in diesem Krieg involviert sind.
Durch die häufigen Wechsel zwischen den verschiedenen Akteuren, fand ich es anfangs auch nicht so sehr einfach den Durchblick zu behalten, aber das macht es auch so spannend. Denn es gibt hier wirklich in allen Familien Probleme und Konflikte. Heile Welt gibt es in diesem Roman nicht, die wird nur nach außen vorgespielt.
Im Klappentext wird die Frage gestellt, wer als Sieger aus der Wahl hervorgehen wird – „einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt“. Mit diesem Punkt beziehungsweise ganz allgemein mit dem Ende hatte ich so meine Probleme. Es geschehen Dinge, mit denen ich absolut nicht gerechnet hatte, die erschütternd und traurig sind, aber letztendlich fand ich, dass da noch etwas fehlte.
Natürlich gibt es einen Wahlsieger, aber trotzdem blieb bei mir das Gefühl zurück, dass sich nicht wirklich etwas verändert hatte. Es werden im Laufe des Romans unglaublich viele Probleme angesprochen, aber keines davon wird wirklich gelöst.
Sprachlich erwartet den Leser eine ein oftmals sehr rauer Ton, egal in welcher Gesellschaftsschicht man sich gerade befindet, und im allgemeinen eher einfache Alltagssprache. Trotzdem hat mir der Schreibstil gefallen, passt schließlich auch zur Geschichte.

2. Splitterfasernackt von Lilly Lindner

Splitterfasernackt ist keine leichte Lektüre und es war die erste Autobiografie (und überhaupt auch Biografie), die ich gelesen habe und trotzdem wage ich zu behauptet, dass diese anders ist als die „Standardbiografie“. Hier wird keine Erfolgsgeschichte erzählt. Es ist „die Geschichte einer gestohlenen Kindheit und eines im Innersten verletzten Mädchens“. Lilly wird im Alter von sechs Jahren von einem „freundlichen“ Nachbarn vergewaltigt und die Eltern merken überhaupt nichts. Von ihnen erfährt sie keine Liebe, keine Zuwendung, wenn sie etwas sagt, stört sie nur.
So fängt Lilly an sich selbst zu verletzten, prostituiert sich, flüchtet sich in Magersucht und Bulimie, will verschwinden und letztendlich aber doch leben. Sie ist selbst hin und hergerissen zwischen Selbstmordgedanken und dem Willen zum Leben.
Der Einstieg in dieses Buch war wirklich hart, es beginnt mit dem schrecklichen Ereignissen, als sie sechs Jahre alt war und dabei wird – wie sowieso im ganzen Buch – kein Blatt vor den Mund genommen, persönlich fand ich aber diesen Anfang auch am Schlimmsten zu ertragen. Die Grundstimmung ist hier ziemlich negativ, aber mich hat die Geschichte einfach gefesselt und nicht mehr losgelassen. So habe ich das Buch auch trotz viel Stress bzw. Arbeit in relativ kurzer Zeit durchgelesen. Ich habe mich einfach in den Schreibstil verliebt. Lilly sagt so unglaublich viel mit ihren Worten, drückt so viel aus. Das ganze Buch strotz nur so von zitierwürdigen (Ab)Sätzen. Kurze, prägnante Sätze prägen ihren Schreibstil.
Bis zum Ende erhielt ich mir die Hoffnung, dass alles gut werden würde. In welcher Form auch immer, man hier davon sprechen kann, denn so schreckliche Ereignisse lassen sich schließlich nicht ungeschehen machen. Trotzdem.
Und nun frage ich mich, ob man bei solch einer Geschichte Begeisterung ausdrücken darf, darf man Empfehlungen aussprechen? Ich denke, Begeisterung ist hier schlicht das falsche Wort, zumal ich das nicht über die Geschichte sagen kann, sondern höchstens darüber, wie sie mir als Leser rübergebracht wurde und zumindest darüber möchte ich sagen, dass sie mich sehr berührt hat.
Jedem, der sich für die Geschichte also interessiert, Einblicke in Lillys Gefühlswelt bekommen und versuchen möchte zu verstehen, was in einem so verletzten, missbrauchten Menschen vor sich geht und warum sich dieser selbst noch viel mehr Schaden zufügt, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen.

3. Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho

Der Titel ist Programm bzw. Ausgangspunkt für die Geschichte. Veronika ist eine junge Frau, die versucht sich das Leben zu nehmen, dann aber in einer psychatrischen Anstalt wieder aufwacht und dort in kurzer Zeit eine Entwicklung durchmacht, in der sie plötzlich wieder ihr Leben zu lieben lernt. So wirklich überzeugend fand ich das alles nicht und auch den Schreibstil fand ich persönlich nicht so wahnsinnig außergewöhnlich. Vielleicht waren aber auch meine Erwartungen zu hoch, weil ich zuvor so viele begeisterte Stimmen im Bezug auf den guten Paulo Coelho gelesen habe?!
Ich denke, ich habe auch ganz einfach eine andere Geschichte erwartet. Ich dachte, Veronika steckt in einer tiefne Depression, dass ihr wirklich schlimme Dinge passiert sind, oder so, aber im Prinzip ging es ihr überhaupt nicht schlecht. Da ist die Entwicklung hin zur Lebensfreunde nicht unbedingt so unglaubwürdig, aber dass das ganze so plötzlich und durch das Ausleben sexueller Fantasien geschieht, fand ich schon kurios.
Ich habe schon überlegt, ob ich das Buch nicht einfach nochmal lesen sollte, vlt. begreift man die Geschichte nochmal anders, wenn man mit anderen Erwartungen daran geht.
Bevor man mich hier falsch versteht, ich fand das Buch nicht schlecht, aber es entsprach nicht so wirklich meinen Erwartungen und wie ich auch schon in meinem Artikel zur Lesenacht geschrieben habe, hat mir zum einen der Dr. Igor – bei dem ich irgendwie das Gefühl hatte, eigentlich den Herrn Coelho vor mir sitzen zu haben – zu viel um den heißen Brei herum geredet und zum anderen fand ich schlussendlich die Entwicklung von Mari, einer weiteren Patientin in der Klinik, interessanter und glaubwürdiger. Da ich aber ja nicht spoilern möchte, lasse ich die Details an dieser Stelle mal besser weg.

4. Eine Woche voller Samstage von Paul Maar

Ohne die Lesenacht hätte ich dieses Buch wohl kaum gelesen. Wer es nicht kennt…mit „Eine Woche voller Samstage“ beginnt eine meiner Meinung nach großartige Kinderbuchreihe rund um das Sams, Herrn Taschenbier und später sogar die ganze Familie Taschenbier.
Herr Taschenbier ist zunächst ein extrem ängstlicher Mensch. Eines Samstags begegnet ihm dann ein Sams – ein furchtloses, vorlautes Wesen – das beschließt bei ihm zu bleiben. Zunächst versucht Herr Taschenbier es mit allen Mitteln wieder loszuwerden – was soll schließlich auch seine Vermieterin sagen? – aber wie das eben so ist, gewinnt Herr Taschenbier das Sams mit der Zeit immer lieber und aus dem ängstlichen Mann wird ein sehr viel selbstbewussterer Mensch.
Ich habe die Bücher „damals“ schon geliebt, als ich der primären Zielgruppe entsprach und ich fand es auch jetzt wieder total schön zu lesen. Einfach eine zauberhafte Geschichte mit vielen lustigen Momenten, die toll erzählt wird.

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3 Kommentare zu “Gelesen im Dezember 2013

  1. Ein plötzlicher Todesfall ist so ein Buch, an dem ich in der Buchhandlung immer stehen bleibe, es aber bis jetzt noch nie mitgenommen habe. Ich glaube, dass ich es mir aber irgendwann sicher noch kaufen werde.

    Veronika beschließt zu sterben hab ich lustigerweise grad gestern bestellt – weil es mir ein Studienkollege so empfohlen hat.

  2. Ich kenne nur das Buch von Rowling und von dem war ich total enttäuscht… ehrlich gesagt hat mir die Story gar nicht getaugt und wie du schon schreibst, sind ganz andere Dinge passiert, als man vom Klappentext her vermutet hätte. Hat mir wirklich nicht sooo gut gefallen und ich war einfach enttäuscht… mir war zwar klar, dass es kein „Harry Potter“ sein kann, aber eine fesselndere Geschichte hab ich schon erwartet.

    Das ist eben so eine Sache. Feuerwerk hat schon so seine Tücken, wenn da eins so richtig schön geplant und organisiert ist, wird das Fotografieren auch gleich leichter. Generell hab ich dieses Jahr zwar extrem viel gesehen (war immerhin mitten in München), hab aber eben nicht fotografiert.

    Tja, warum sonst würde ich wohl so gerne hier leben? :) Es sind ja nicht nur die überteuerten Mieten in München, die mich dazu bewegt haben. Die tolle Natur macht schon auch sehr viel aus.

    Der Hund ist auch total flauschig. Und da er noch so klein ist, will er auch schön brav viel kuscheln. Da sagt dann natürlich keiner nein. ;) Allerdings hat er zu viel Energie, lange auf dem Arm bleibt der nicht.

    Einfach mal bei ebay auf die Suche gehen, da kann man oft sehr tolle Schnäppchen machen! :) Aber ich muss schon sagen, dass das mit den Polaroids nicht so einfach ist… gleich auf der Hand haben ist da so eine Sache. Die Filme von Fujifilm sind jetzt aber viel besser, da trifft das eher zu als auf das neue Zeug.

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