Über die Bedeutung von Fotos

oder: Warum fotografiere ich eigentlich?

Nein, ich stecke in keinem Kreatief, oder zumindest soll es darum keine Grundsatzdiskussion geben.
Anlass für diesen Artikel ist vielmehr, dass mir eine Festplatte geklaut wurde. Nachdem ich zu Hause die Computer-Festplatte gecheckt habe, wurde mir klar, dass auf der Festplatte neben Musik auch noch eine Menge alter Fotos waren, die ich sonst nirgens mehr gespeichert hatte.

Darum, wie dumm das ist und dass man seine Daten am besten doppelt und dreifach sichert, soll es auch nicht gehen. Auch nicht darum, wie man sich fühlt, wenn man nicht weiß, was der Dieb mit den Daten anfängt und man schon selbst überhaupt nicht mehr genau weiß, was dieser alles zu Gesicht bekommt, wenn er sich kreuz und quer durch die Platte wühlt.

Vielmehr habe ich mir Gedanken darüber gemacht, zu welchem Zweck Fotos eigentlich entstehen.
Jedes Foto ist eine Momentaufnahme. Manche einzigartiger, andere weniger. Manche für einen persönlich und für sein Leben mehr von Bedeutung, andere weniger.
Im Prinzip fehlen mir nun so gut wie alle Fotos, die vor der Anschaffung der Spiegelreflexkamera entstanden. Einige wenige finden sich noch auf Flickr oder sind in leider nur sehr geringer Auflösung noch auf diesem Blog vertreten.
Wenn ich so darüber nachdenke, geht es mir viel weniger um irgendwelche Sonnenuntergänge oder bedeutungslose Blümchen, die ich vor Jahren mal fotografiert habe.
Denn mal ehrlich: Blümchen sind schön und man kann wirklich tolle Fotos von ihnen machen – soo großartig waren die in meinen Fotografieanfängen größtenteils aber auch nicht, wenn ich mir angucke, was ich jetzt mache. Tut aber eigentlich auch wenig zur Sache. Man entwickelt sich eben weiter, verbessert sich und so gehören viele Fotos irgendwann eben „nur“ noch zur eigenen fotografischen Entwickelung, aber nicht mehr zu den eigenen „Meisterwerken“, weil diese längst von neuen Werken abgelöst wurden.

Trotzdem vermisse ich diese Fotos. Wie schon gesagt, eben nicht die Blümchen, aber Fotos von irgendwelchen Feiern, Erlebnissen, Urlaubsfotos, Fotos von Reisen, die einfach unwiederbringlich sind, selbst wenn man die gleichen Orte erneut bereisen würde.
Es fehlen Erinnerung, oder vielmehr die Bilder zu den Erinnerungen. Die Bilder im Kopf verblassen mit der Zeit und mit Fotos kann man sie auffrischen. Erinnerungen, Orte, Gerüche, Gefühle werden mit den dazugehörenden Bildern wieder lebendig.

Ja, man könnte auch sagen, dass ich Angst vor dem Vergessen habe. Fotos sollen dem entgegenwirken, einen immer wieder daran erinnern, was man tolles erlebt und gesehen hat. Außerdem erzählt es sich doch auch viel schöner von irgendwelchen Ereignissen, wenn man seinem Gegenüber mit Hilfe von Bildern zeigen kann, wie schön es irgendwo war, als wenn man das gleiche nur versucht mit Worten zu beschreiben.

Viel zu spät frage ich mich nun, warum ich die Bilder nie habe ausbelichten lassen. Sie schlummerten einfach nur auf der Festplatte und wurden dort auch nur äußerst selten mal angegklickt. Vermutlich hätte ich Fotoalben nicht wesentlich öfter zur Hand genommen, aber immerhin wären die Bilder noch irgendwo als echte Bilder vorhanden.

Für mich das Fazit aus dieser Begebenheit: erstmal im Blog – wer hätte gedacht, dass der nochmal so nützlich sein könnte – und auf Flickr nach alten Bildern tauchen und Abzüge bestellen. Leider darf man sich die („Blog-„)Fotos aber auch nicht soo genau angucken, man sieht ihnen die geringe Auflösung deutlich an.
Außerdem sollte ich es wirklich als Langzeitfolge angehen, immer mal wieder Abzüge meiner Fotos zu bestellen. Es ist eben auch noch mal ein ganz anderes Gefühl die Fotos in der Hand zu halten, als nur auf dem Bildschirm zu sehen.
Ich fürchte nur, dass das ähnlich schleppend verlaufen wird, wie die regelmäßige Sicherung von digitalen Dateien.

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10 Kommentare zu “Über die Bedeutung von Fotos

  1. Oh das ist aber ziemlich schei…! Tut mir leid für dich!
    Eine Festplatte klauen, wer tut denn sowas!? zzz!

    Wenn es dich interessiert, ich hab alles aus einem Storage liegen, und diese Storage sichere ich noch auf eine externe Festplatte, als Backup! Funktioniert alles super und das Storage kann noch einiges mehr! :-) es kostet zwar ein paar Euros, aber ich kann dir versichern, es ist jeden Cent Wert!
    Ich habe die Synology 411 (ist ein 4 Bay Storage) und unterstützt iSCSI und RAID5 usw.
    Hier der Link; http://www.synology.com/index.php?lang=default
    Ausserdem ist der Zugriff von Extern mit APPs für iPhone und Android auch gegeben,
    Firewall könnte das Ding auch, und einen Medienserver für Filme (mkv), und Musik, Fotos hat es auch. Die Fotos können auch via Internet zugänglich gemacht werden (mit Photo Station) – ich finde Photo Station einfach genial!
    Aber les dir mal die Infos auf der Homepage durch, du wirst begeistert sein!
    Ich glaub ich hab auf meine Homepage auch noch ein paar Infos zu diesem Thema, http://www.smaportal.at

    Wünsch dir trotzdem noch einen schönen Tag! ;-)

    lg Martin

  2. Argh, das ist doof :( Wie wurde dir denn die Festplatte geklaut? -.-
    Es ist wirklich nicht schön, wenn man Erinnerungen verliert die einfach mehr oder auch weniger zu einem gehören. Und ich verstehe was du damit meinst Angst vor dem Vergessen zu haben… Ich schreibe deshalb relativ viel. Ohne meine Briefe an meine Brieffreundin und ohne meine Tagebücher von früher wüsste ich vieles schon nicht mehr oder könnte es keineswegs zeitlich einordnen. Da ist es schon gut wenn man einen Leitfaden durch sein eigenes Leben hat.
    Bei Fotos hatte ich es mir auch mal vorgenommen öfter mal Abzüge zu machen, aber das gerät ja so lächerlich schnell in Vergessenheit :/

    Ich hoffe du findest so viele wie Möglich in den Tiefen des Internets wieder :)

    • Die Frage nach dem „Wie“ stelle ich mir auch noch.
      Manchmal denke ich mir auch, ich sollte mehr und vorallem regelmäßiger schreiben. Dazu dann noch regelmäßig Fotoabzüge bestellen und alles wäre schön, aber das vergisst man auch immer zu schnell.

  3. Wah, dieses Gefühl mit den Erinnerungen und Angst vorm Vergessen kenne ich nur zu gut! Deswegen fotografiere ich im Schnappschussstil auch die blödesten Sachen und tu mich schwer mit dem Löschen. Außerdem schreibe ich gerne viel auf – einerseits natürlich auf dem Blog. Phasenweise Tagebuch (besonders wenns in den Urlaub ging) und Chatlogs. Vor ein paar Jahren habe ich wie verrückt Chatlogs archiviert und auch nach einer ICQ-Löscht-Die-History-Katastrophe dort alles noch einmal extra gesichert.

    Mit den gedruckten Fotos muss ich dir auch recht geben, auch wenn die Antwort, warum wir das nicht mehr so oft tun denkbar einfach ist: Der Aufwand auszuwählen, was gedruckt werden soll ist zu groß – denn alles zu drucken ist sowohl unnötig als auch zu teuer. Es ist ja nicht mehr wie früher, dass man wirklich nach reichlich Überlegung genau dann abdrückt, um das EINE Bild zu haben. Zwar bemühe ich mich teilweise durchaus mehr in die Richtung überlegter zu fotografieren, aber z.B. wenns an Insekten geht, drücke ich lieber einmal mehr ab!
    Und selbst wenn man Zeit und Lust hat den Aufwand zu betreiben ist es ja immer noch nicht billig – zumal im Vergleich dazu, es halt einfach auf dem PC zu lagern.

    Aber ich liebe gedruckte Fotos auch. Sie sehen noch einmal ganz anders (meistens besser!) aus als am PC. Für dieses Jahr hatte ich geplant wie vor zwei Jahren ein Fotobuch zusammenstellen zu lassen. Aber ich bin nicht mehr so überzeugt von der Idee zumindest in der Form. Zwar habe ich viiiiele Fotos in dem Buch untergebracht, allerdings poppen die einzelnen Bilder dafür natürlich nicht so sehr wie z.B. bei einem themenorientierten Fotobuch, wo man ein, maximal zwei Bilder pro Seite nimmt und richtig in Szene setzt. Das ist dann aber wieder noch teuerer. Deswegen hab ich mir auch schon überlegt, ob ich sie nicht einfach ganz normal ausbelichten lasse und mich dann an ein klassisches Fotobuch setze. Mit Fotoecken und Transparentpapier. Oder – etwas weniger Aufwand: Fotoalben mit diesen Plastikhüllen.

    Aber Geld. Und Zeit. Woher nehmen!?
    Ich muss noch schauen, wie ich meine Prioritäten hier am besten setze.

    • Alles Überlegungen, die ich auch nur zu gut kenne. Wirklich schwierige Angelegenheit. Vorallem habe ich das Gefühl, es gibt viel zu viel zu bedenken.
      Zum einen die sichere digitale Sicherung, für die man die Fotos mindestens auf zwei Medien speichern sollte und dazu quasi auch noch eine analoge Sicherung anzufertigen, überfordert mich völlig und es scheint auch immer nur mal kurz wirklich wichtig. Das ist wohl das größte Problem.

  4. ich habe mal damit angefangen, alle „wichtigen“ fotos analog zu „sichern“ und habe da mittlerweile schon einiges daheim. iregndwann kommt man aebr nicht mehr dazu und dann versinkt das alles im chaos. uneingeordnete bilder, keine ahnung mehr, ab welchem zeitpunkt man nachbestellen soll, etc. ich habe es mir aber fest vorgeommen, für ein windignasses herbst/winterwochenende, da wieder ordnung zu machen – als einen der vielen punkte, der durch meine lange 7-tage-bereitsarbeit-uniabschlusszeit-wochen liegen geblieben ist.

    interessant, dass du dich acuh mit dem thema erinnerungen auseinandersetzt. ich habe diese woche ja mal wieder einen text geschrieben, nach langer zeit – ausgerechnet zu diesem thema.

  5. Ich weiß gut, was du meinst. Ich habe mir erst neulich alte Fotos von vor 10 Jahren angeschaut, da steckt soviel Erinnerung drin, die erst wieder kommen, wenn man die Fotos anschaut.

  6. Bei mir ging die Festplatte kaputt. Liegt jetzt hier rum und ich trauere um sie, weil auch dort alte Bilder drauf sind. Vor allem die Bilder von meiner Zeit in der Schweiz -.- :(

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