[213/365] Zauberwald

[213/365]Makro | 100mm | f/2.8 | 1/80s | ISO 100

Ich finde es immer so krass, wenn ich mal vorher-nachher Bilder von Fotografen sehe, deren Bilder ich bewunder. Wegen der tollen Motive, wunderschönen Lichtstimmungen und tollen Farben.
Auf einmal sieht man da eine dunkle RAW-Datei mit flauen kalten Farben. Etwas vollkommen anderes als das, was man letztendlich zu sehen bekommt.
Man könnte hier nun direkt von Manipulation sprechen, aber ist es das wirklich?
Letztendlich entwickeln wir unsere Fotos in Lightroom, machen dort also im Prinzip nichts groß anders, als würden wir mit unseren Filmen im Fotolabor stehen.
Die Manipulation fängt doch eigentlich erst dort an, wo wir mit Photoshop im Bild „rummalen“ und retuschieren, wobei selbst das keine Erfindung des digitalen Zeitalters ist.
Wir nutzen eben die umfangreichen, relativ leicht zugänglichen Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung von Fotos, die inzwischen auch irgendwie dazu gehört. Ist nicht das auch die Kunst? Seine Bilder eben so zu gestalten, wie man es möchte? Muss immer alles haargenau so aussehen, wie man es vor Ort angefunden hat?
Wenn man sich der reinen Dokumentation objektiver Tatsachen verschrieben hat, mag das zutreffen, aber in allen anderen Fällen, denke ich, kann man ruhig mal etwas tiefer in die „Entwicklungskiste“ greifen, wenn es dann zum gewünschten Ziel führt.
Und doch sehe ich mir immer wieder gerne Vorher-Nachher-Vergleiche anderer Fotografen an, um sich selbst nochmal in Erinnerung zu rufen, dass andere auch nur mit Wasser kochen.
Shine bright like a Diamond

Advertisements

11 Kommentare zu “[213/365] Zauberwald

  1. wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast, bin ich eher ein fan von ’naturbelassenen‘ fotos. viele bearbeitungen wirken meiner meinung nach zu sehr gekünstelt. aber das sieht ja zum glück jeder anders. :)

  2. Kennst du den Film Palermo Shooting? Wenn nicht solltest, du dir den unbedingt mal ansehen! Es geht um einen Fotografen, der herumhetzt und Fotos macht. Da wird ein New-York(?)-Skyline-Foto aus vielen Fotos zusammen gesetzt. Ungefähr so: Hier nehmen wir die Wolken aus dem Shooting in Afrika, den Sonnenuntergang aus da und dort und dann muss sich das alles noch in den Hochhäusern spiegeln… Das kam mir sehr befremdlich vor, aber so wie die das so im Film erklärt haben, könnte es schon sein, dass man am Ende sieht, dass das Foto konstruiert ist, weil es anders gar nicht möglich wäre.
    Es kommt natürlich auch immer drauf an, für welchen Zweck die Fotos gemacht werden. Bei Werbung muss man ja davon ausgehen, dass da nichts am „richtigen“ Platz sitzt und trotzdem fällt man immer wieder drauf rein und bewundert Werbeplakate. Aber auch gerade bei politischen Fotos wird viel manipuliert…
    Deshalb finde ich es gut, wenn man sich immer wieder bewusst macht, dass es eben nur ein Foto ist und dass es eben bearbeitet ist. Bei Waldfotos ist das ja harmlos, aber genug politische Fotos sind meinungsbildend und wenn das dann nicht auf der Wahrheit oder nciht auf der ganzen Wahrheit beruht, kann das verheerende Folgen haben.
    Also zeig ruhig mal Vorher-Nachher-Bilder. Einfach damit man drauf aufmerksam gemacht wird. ;-)

    • Den Film kannte ich bisher nicht, aber klingt wirklich interessant. Muss ich mir wirklich mal anschauen. Das ist wirklich krass, wenn da die ganzen Bestandteile eines Bildes von vielen verschiedenen Orten genommen werden, aber wie du schon sagst: So funktioniert auch die Werbung.

  3. Zwei wirklich zauberhafte Fotos!

    Über Fotos/Realität/Bearbeitung hab ich ja in der Schule meine Facharbeit geschrieben – es ist ein vielschichtiges Thema, das du von hier und dort betrachten kannst.

    Deine zwei Bilder hier finde ich wunderschön bearbeitet, nicht zu wenig aber auch nicht zu viel.
    Das „Zuviel“ merke ich eher manchmal an meinen Bildern, aber ich kann mich da auch nur schwer zügeln ;)

    • Ich glaube, dass man seine eigene Bearbeitung oft krasser findet, als der Betrachter, weil der Betrachter das Original nicht kennt. Ich sehe in deinen Bildern kein „zuviel“ und frage mich eher, ob ich nicht selbst manchmal übertreibe.

  4. Mein Anspruch ist es ja, die Fotos so aufzunehmen, dass ich nicht mehr viel dran machen muss. Eine Tonwertkorrektur und ein manueller Weißabgleich sind aber eigentlich immer noch Pflicht bei mir. Tonwertkorrektur für ein bisschen mehr Kontrast, der Weißabgleich einfach, weil ich finde, dass man keinen großen Unterschied sieht, ob man ihn vorher aufwendig an der Kamera manuell mit Graukarte macht, oder später bei Lightroom ein paar Regler verschiebt.

    Manchmal ist Bearbeitung aber ein wichtiger Teil, wenn man künstlerische Fotos mit Aussage machen möchte. Manchmal passt einfach das Wetter, die Lichtstimmung nicht zu dem, was man eigentlich haben möchte. Und da wir alle keine Goldesel sind, können wir uns keine teuren Lichtanlagen und Blitze leisten, mit denen wir uns jede Stimmung basteln können, die wir grad gerne hätten.
    Da ist Lightroom eine prima Alternative für hochwertige Ergebnisse.

    Wenn man es kann

  5. Pingback: Im Glanz vergangener Schönheit ▼ blog:7 ▲ Leben an jedem Tag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s