Fotografenalbtraum

Mir ist etwas ganz schreckliches passiert! Mit den Worten kam ich letzte Woche Sonntag nach einem sehr langen Tag wieder zu Hause an.
Nach vlt. 3 Stunden Schlaf bin ich um 4 Uhr aufgestanden, um gegen halb 7 in Hamburg zu sein und einen schönen Fotografentag mit dem Point zu unternehmen. Soweit war auch alles gut. Ich war überpünktlich am Bahnhof, sah die letzten Discomädels nach Hause stöckeln und fotografierte schon mal den menschenleeren Kleinstadtbahnhof. So fühlte ich mich schon früh am Morgen überaus produktiv. Es stand mir ein großartiger Tag bevor, so dachte ich. Und so kam es auch. Zunächst machten wir den Hafen unsicher, die übermäßig tolle Morgenstimmung blieb zwar eher aus, aber ein paar gute Ergebnisse waren trotzdem dabei. Anschließend die Idee zum Fischmarkt zu gehen, der uns dann doch zu voll war, weshalb wir dort mehr am Rand blieben, um dann anschließend auch mal den bereits vielfotografierten alten Elbtunnel zu erkunden. Selbst wenn es davon schon 100.000 bessere Fotos gibt, wollte ich ihn doch auch mal selbst ablichten. Anschließend ging es dann frühstücken, wobei wir zum ersten Mal so richtig zu spüren bekamen, dass Sonntag war – Verplantheit ftw. Anschließend ging es dann zum Ohlsdorfer Friedhof, wo wir im Prinzip auch den Rest des Tages verbrachten. Wir hatten ein schönenen Tag mit stabilem Wetter zwischen Bewölkung und Sonnenschein, es entstanden viele viele Fotos und eigentlich hätten wir beide glücklich nach Hause fahren können.
Eigentlich. Wir saßen gerade in der Bahn, unterhielten uns über die Fotomengen, die entstanden sind, als ich einmal auf den falschen Knopf drücke, noch einen sich füllenden Balken auf dem Display sehe und zip, über 600 Fotos WEG! Ich dacht echt ich werd nicht mehr, ohne zu wissen, wen ich nun zuerst hassen sollte. 10 Stunden fotografieren innerhalb weniger Sekunden ausgelöscht. Die Anzeige „Kein Bild vorhanden“, nachdem dort vor wenigen Sekunden noch über 600 Fotos zu sehen waren!
Und weil ich in so einem Moment nicht klar denken kann und eventuell mal auf die Idee komme, dass es soetwas wie Dateiwiederherstellung gibt, fotografierte ich fröhlich drüber, um überhaupt mit ein paar Fotos nach Hause zu kommen. Die bekloppteste Idee des Tages, wie mein Bruder mich ein paar Stunden später aufklärte.
Wir gingen dann noch zu Planten un Blomen, um dort das Tropenhaus zu erkunden. Da wir uns jedoch in der Uhrzeit vertaten, stand wir vor geschlossener Tür und ich versucht so noch das Beste draus zu machen, was sich nicht so einfach gestaltete, da gerade dunkle Wolken aufzogen, die mich dazu trieben, den ISO immer höher zu schrauben, bis sich die Wolken plötzlich in einem kräftigen Regenschauer entluden.
Und da mein Hamburgtag, an diesem Zeitpunkt in gewissser Weise noch mal von vorne anfing, gibt es diese Fotos auch zuerst. Meine Stimmung zu dem Zeitpunkt halten sie auch bestens fest.

Untitled

Melancholy

Bouncing Drops

Untitled

Cloudburst

Noch am selben Abend saß ich dann todmüde am PC und versuchte mit kostenlosen Programmen noch irgendetwas zu retten, was natürlich nicht glückte. Am nächsten Tag, fragte ich einen Kollegen, der ein Programm ausfindig machte, das angeblich ca. 600 Fotos retten sollte allerdings auch 30€ kosten sollte.
Meine „Rettung“ kam dann aber erst mit einem PC-Experten, der mir kostenlos Dateien rettete. Das waren dann aber nur irgendetwas in die 100, wovon einige dann auch noch beschädigt waren. Davon konnte ich zwar in Digital Photo Professional hübsche Vorschauen sehen, aber bearbeiten war nicht möglich.

Gaaaanz viel ist aber auch für immer verschwunden. Meine Konsequenz war nun erstmal eine amazon-Bestellung. Neben den obligatorischen kleinen Speicherkarten, war auch ein Ministativ, mit dem auch der Point unterwegs ist und dass mich sehr begeisterte.

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12 Kommentare zu “Fotografenalbtraum

  1. Alles zu den Bildern und den Errungenschaften hab ich ja schon im ICQ geschrieben. Aber da es trotzdem toll ist Kommentare zu bekommen schreib ich noch mal hier, dass ich froh bin, dass du den Tag neben der Panne als gelungen betrachtest :)

    Ich fands auch toll – bis der Regen kam xD
    Aber während du noch richtig was aus dem Regen gemacht hast, ist mir das leider nicht so gelungen.

    Der Point.

  2. Oh nein. Du Arme. Ich hätte mich wahrscheinlich schwarz geärgert. Aber nunja, man lernt daraus, nicht wahr? ^^ Und das Stativ sieht echt interessant aus. Hab auch schonmal darüber nachgedacht, mir ein kleineres zu besorgen, aber irgendwie konnte ich mich noch nicht dazu durchringen…

    • Ich hab auch echt geheult, als ich todmüde im Zug gen Heimat saß und realsiert habe, was für Foto ich alles gelöscht habe. Das wird mir sicher so schnell nicht wieder passieren, aber es hat mir noch mal ganz toll gezeigt, wie schnell so Dateien weg sein können.

      Das Stativ ist wirklich praktisch, wenn man in Bodennähe arbeitet oder einfach an Standpunkten, an denen ein großes Stativ zu groß ist. Und vorallem ist es sehr handlich, passt in jede Fototasche und wird mich damit ganz sicher öfter begleiten als das große, sofern ich keinen konkreten Plan habe, bei dem ich das brauche. Und für 25€ kann man so viel auch nicht falsch machen.

  3. Pingback: Hamburg: Der Hafen « Nuss & Point

  4. oh mann! wie doof ist das denn! so was ähnliches ist uns auch schon passiert… damals war ich mit meinen freundinnen in paris und daheim mussten wir feststellen, dass die karte wohl irgendwie kaputt und der größteteil der fotos verloren war. wir haben dann auch über stunden versucht mit irgendwelchen gratis-programmen ein paar fotos zu retten, aber wirklich viel ging da nicht. zum großen teil waren die fotos schon beschädigt…
    wenn einem das dann auch noch passiert, obwohl man extra eine fototour macht, ist das natürlich doppelt doof…

    deine regenfotos gefallen mir aber sehr gut! ich mag vor allem das mit der ente und das letzte mit dem boden. die sind toll geworden!

    das hat ja auch alles sehr viel mit einbildung zu tun. es ist ja eigentlich sehr unwahrscheinlich, dass einem beim besteigen des eifelturms was passiert. einstürzen wird da wohl nichts mal eben auf die schnelle. aber die treppen sind schon recht eng und man braucht recht lange hoch. da kann es einem dann doch mal etwas mulmig werden.

    beim bearbeiten bin ich auch fast auf dem neusten stand. aber irgendwie hakt es momentan etwas am bloggen. ^^

  5. ohje du ärmste! ich kann mir gut vorstellen, wie es dir dabei gegangen ist ))): wirklich ärgerlich, die fotos wären bestimmt toll gewesen!

  6. Pingback: Ente, Ente, Gans | Le rêve éveillé

  7. Auwezwick! Sowas ist echt doof und passiert einem nur einmal. Da kann i echt mitfühlen. Da sind mehrere Karten echt sinnvoll – aber verlier se nicht! Auserdem hat des dann auch sowas wie vom Film. Wenn die Karte voll ist – neue rein :-)

  8. So, ich hatte den Kommentar schonmal getippt, als plötzlich der Akku meines Handy leer war, also etwas verspätet ein zweiter Anlauf:

    Ich fühle mit dir!
    Ich hab erst kürzlich etliche Fotos verloren. Besonders hart: Alle 800 Bilder eines Paris-Trips. Mein erster Flug, mein erstes Mal Paris; vier Tage die Kilo-schwere Kamera durch die Stadt schleppen…und dann war alles weg.
    Bei mir war es eine Mischung aus technischem und menschlichen Versagen. Habe, weil der Rechner sich nicht mehr hochfahren ließ, wegen defekter Grafikkarte, fröhlich C formatiert, in dem Glauben alle Bilder längst auf der externen Festplatte gesichert zu haben.
    Als ich alles dann wieder zurückkopieren wollte der Schock: zwar ordentlich benannte Ordner, aber kein einziges Bild drin. Da ist beim Backup wohl schon etwas schief gelaufen und ich habe es nicht gemerkt.
    Es fehlen alle Bilder von Weihnachten bis März. Aber am schmerzlichsten habe ich die noch frischen Parisbilder, die ich noch niemandem gezeigt hatte und selbst auch größtenteils nur vom Kameradisplay kannte. Aber ich wusste, dass da echt einige richtig gute dabei waren, wo ich mich freute die zu bearbeiten…und ich habe seit einer gefühlten Ewigkeit kein Bild mehr geschossen, dass dieses Gefühl bei mir hervorgerufen hat.

    Da hab ich auch erstmal einen Tag lang geheult.

    Nach und nach fallen einem dann immer mehr Bilder ein, die weg sind, auch die restlichen von Weihnachten, oder dem zugefrorenen See, wo man sich die Finger abgefroren hat bei zweistelligen Minusgraden…alles weg. Alles einfach weg.

    Scheiße ist sowas.

    • Oh Gott, wie schrecklich! Dagegen kommt mir meine Panne schon fast harmlos vor. Inzwischen bin ich auch drüber hinweg und tröste mich damit, dass mir soetwas ganz bestimmt nie wieder passieren wird und so hatte ich auch sehr viel weniger Bearbeitungsstress x)
      Und dadurch, dass ich nicht alleine unterwegs war gibt es ja trotzdem noch Bilder vom Tag, sind nur halt nicht meine…

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