Amy tot, Loriot tot, … aber viel schlimmer…

…finde ich den Tod, dem man tagtäglich auf deutschen Straßen begegnet. Nämlich den Tod unschuldiger Tiere, die dann völlig zerfetzt auf den Straßen rumliegen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde es bei Amy Winehouse durchaus schade um ihr Talent, aber man muss auch ganz ehrlich sagen, dass ihr Lebensstil und damit sie selbst an ihrem frühen Tod nicht ganz unschuldig sein kann.
Und was Loriot angeht, er war inzwischen ein Mann von 87 Jahren. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Mensch stirbt – die durchschnittliche Lebenserwartung hat er zumindest längst überschritten. Natürlich immer traurig, wenn ein Mensch stirbt, aber so ist das Leben.

Weit betroffener macht mich da zum Beispiel der Eichhörnchentod, den ich vor einigen Wochen miterleben musste. Ich komme aus der einen Richtung, aus der anderen Richtung ein LKW und zwischen uns auf der Straße ein kleines süßes Eichhörnchen, das aufgrund der sich nähernden Gefahr panisch wird und auf dem Mittelstreifen hin und her rennt, immer wieder und wieder bis es schließlich vom LKW erfasst und komplett zerrissen wird – ich sah noch Teile von dem armen Ding vor mir rumfliegen.
Und heute seh ich eine völlig zerfetzte tote Katze auf der Straße liegen. Da könnte ich jedes Mal heulen, weil ich das einfach so schrecklich finde. Ich wüsste überhaupt nicht, was ich machen würde, wenn ich mal ein Tier erwischen würde. Allein die Vorstellung ist der Horror für mich.

Ich würde auch für jedes noch so kleine Tier – von Schnecken und sonstigem Gedöhns mal abgesehen – anhalten, sofern möglich – mein Opa hat schon gesagt, er würde sogar für eine Maus anhalten.
An dieser Stelle frage ich mich auch, ob ich für Tiere anhalten darf, wenn ich dadurch riskiere, dass mir einer hinten drauf fährt, weil der natürlich nicht damit rechnet, dass ich so plötzlich bremse?!
Es kann doch nicht sein, dass ich erst bei Rehen (oder ähnlich großen Tieren) anhalten darf/ muss ohne, dass ich am Ende selbst die Arschkarte ziehe, obwohl ich einem Lebewesen das Leben retten möchte.

Und beim Thema Anhalten darf nicht unerwähnt bleiben, dass ich es abgrundtief hasse, wenn irgendwo so ein dusseliger Autofahrer rechtsblinkend mitten auf der Straße stehen bleibt und ich dann voll abbremsen muss, weil mir im selben Moment natürlich auch einer auf der Gegenspur entgegenkommt. Das verschwendet nur unnötig viel teuren Sprit. Würde ich damit beispielsweise einem süßen Eichhörnchen das Leben retten, wäre das in Ordnung.

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2 Kommentare zu “Amy tot, Loriot tot, … aber viel schlimmer…

  1. Natürlich möchtest du mit dem Bremsen einem Lebewesen das Leben retten; wenn die Gefahr besteht, dass dir jemand hinten drauf fährt, tust du das letztendlich aber, indem du die Gesundheit oder sogar das Leben eines anderen Menschen riskierst.

    Aus rechtlicher Sicht sind § 254 BGB (Mitverschulden, http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__254.html ) und § 4 Absatz 1 StVO (Abstand, http://www.gesetze-im-internet.de/stvo/__4.html ) wichtig. Grundsätzlich gilt: Es muss so viel Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gehalten werden, dass auch auf plötzliches Bremsen reagiert werden kann. Daher kommt der Grundsatz „Wer auffährt hat Schuld“. Bremst du für ein Kleintier ab, darf grundsätzlich der Auffahrende zahlen, weil er nicht genug Abstand gehalten hat.

    ABER: § 4 Absatz 1 Satz 2 StVO sagt, dass plötzliches bremsen nur aus zwingenden Gründen zulässig ist. Verstößt du hiergegen, bist du am Unfall mit schuld und der Auffahrende muss entsprechend weniger zahlen.
    Man kann sich jetzt fragen, ob das Leben eines Tiers ein „zwingender Grund“ zum abbremsen ist. Allerdings sind Leben und Gesundheit eines Menschen gegenüber Tieren nach überwiegender Ansicht höherwertig (Sonst müsste der Mensch auch die Nutztierhaltung aufgeben, zum Veganer werden und sämtliche Tierversuche wären unzulässig). Da du das Leben des Tiers nur durch die Gefährdung des hinter dir fahrenden Autofahrers retten kannst, wird das Leben des Tiers nicht als zwingender Grund akzeptiert.
    Ein zwingender Grund kann sich allenfalls daraus ergeben, dass du durch das Abbremsen Gefahr von dir oder einem anderen Menschen abwendest; Wenn das Tier zum Beispiel so groß ist, dass durch die Kollision deine eigene Gesundheit gefährdet wird. Das wird – je nach Gericht und Einzelfall – etwa ab der Größe einer Katze anerkannt.

    Lange Rede kurzer Sinn: Bremst du für Kleintiere (Igel, Eichhörnchen, Wildenten, Mäuse o.ä.) hat der Auffahrende regelmäßig überwiegend Schuld, der Abbremsende muss aber bis zu 50% des Schadens tragen; eben weil der Abbremsende (auch) für die Gefährdung des hinter ihm fahrenden Menschen gesorgt hat.

    • Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar!
      Mit einer Teilschuld könnte ich vlt. sogar noch leben. Ich dachte schon, man wäre in so einem Fall komlett selbst Schuld.

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