Hard to Be a God

oder deutsch: Es ist nicht leicht ein Gott zu sein.

Ein Film, den ich niemandem empfehlen kann oder möchte, aber ich musste ihn mir ansehen. In Seminarfach. Weil wir wohl sonst nichts zu tun haben und dieser Film der Lieblingsfilm unseres Lehrers ist. Und der ist wirklich ein eigenwilliger Mensch.

Gut zu wissen ist vorweg sicherlich auch, dass es sich um eine deutsch-russische (bzw. damalige Sowjetunion) Science-Fiction-Produktion aus dem Jahre 1989 handelt. Ist also schon ein wenig älter, was aber ja nicht zwangsläufig ein Indiz für einen schlechten Film sein muss.
In diesem Fall trifft es aber leider zu.

Der Film hat sogar eine Aussage, das muss man ihm lassen.
Es geht auf jeden Fall darum, dass die Menschen im dritten Jahrtausend friedlich miteinander auf der Erde leben, was sie auch nur dadurch geschafft haben, dass sie ihre Gefühle kontrollieren oder viel mehr unterdrücken und möglichst rational denken und handeln.
Auf irgendeinem anderen fernen Planeten entdecken die Menschen dann andere Menschen, die jedoch noch lange nicht so weit entwickelt sind und demnach wie im Mittelalter leben. Dort hauen sich die Leute tagtäglich gegenseitig die Köpfe ein, was nun die rational denkende Zivilisation für einen Test ausnutzt, in dem untersucht werden soll, inwiefern dieser „moderne“ Mensch noch in der Lage ist ähnlich brutale Züge anzunehmen. Zu diesem Zweck wird Anton alias Don Rumata von Estorien (oder so ähnlich) eine Kamera ins Auge transplantiert und auf dem entfernten Planeten abgesetzt.
Während er dann da auf diesem Planeten ist, wird sein Verhalten aus einem Raumschiff, dass um den Planeten kreist, beobachtet.
Don Rumata kann die schrecklichen Verhältnisse dort nicht ertragen, versucht etwas dran zu ändern und wird schließlich schon fast als Gott verehrt.

Während man sich diesen Film ansieht hat man das Gefühl, man würde sich volle zwei Stunden lang nur grauhaarige Menschen ansehen, die sich gegenseitig abmezeln.
Ab und zu rollen dann auch – im wahrsten Sinne des Wortes – mal Köpfe, aus denen mit „modernster Technik“ – teilweise gut erkennbaren Plastikschläuchen – in hohem Bogen Blut spritzt. Wahnsinnig gut gemacht sind auch die Szenen in denen das Raumschiff um den Planeten rotiert – als würde man eine Platte durch die Gegend schieben.
Schließlich kommt der Film dann aber auch mal zu einem Ende, das aber irgendwie doch sehr plötzlich kommt und extrem kurz ausfällt im Gegensatz zum Rest des Films.
Wirklich spannend ist das nicht und schön anzusehen erst recht nicht.
Die Idee, die hinter dem Film steckt ist sicherlich nicht schlecht, aber die Umsetzung ist es definitiv.

Für alle, die es jetzt trotzdem noch interessiert gibt es den Film sogar auf Youtube. Allerdings nur auf russisch – ich vermute zumindest, dass das russisch ist.

Viel interessanter als der Film selbst war es übrigens unserem Lehrer dabei zuzuschauen, wie er sich diesen Film ansah. Völlig begeistert konnte er sich kaum auf seinem Stuhl halten, weshalb er auch schon halb auf dem Tisch lag. Teilweise hat er sogar die Dialoge mitgesprochen.
Man könnte ihn wirklich so wie er ist in diesen Film packen und niemandem würde es auffallen.

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8 Kommentare zu “Hard to Be a God

  1. gut gemachte krimis sind aber wirkilch selten… selbst wenn es sich um buchverfilmungen handelt wie z.b. stieg larssons „verblendung“ und die anderen beiden teile, kann man schwer enttäuscht werden. die bücher sind wirklich gut, sie hatten gute schauspieler und irgendwie haben sie es dann doch nicht geschafft einen wirklich guten thriller draus zu machen… ich freue mich immer sehr einen guten krimi zu entdecken, in dem nicht nur blut spritzt oder die story schon gefühlte 100 mal so ähnlich da war! ^^

    oh gott… das scheint ja ein hammer film zu sein. wie du schon schreibst fände ich die idee für den film an sich sehr interessant. da könnte man eine menge draus machen. aber da haben die macher ganz offensichtlich auf ganzer linie versagt!^^
    das mit deinem lehrer ist allerdings witzig. wir haben mal mit einem relilehrer einen film geschaut in dem es um sekten und teufelsaustreibung ging und der war da auch voll dabei!! ;)

  2. „Völlig begeistert konnte er sich kaum auf seinem Stuhl halten, weshalb er auch schon halb auf dem Tisch lag. Teilweise hat er sogar die Dialoge mitgesprochen.“
    Irgendwie ist das schon wieder süß. :P

    Nun ja, als ich deine Beschreibung gelesen habe, musste ich an „Brave New World“ denken, nur, dass dort der „Wilde“ in die rational kontrollierte Welt kommt und sich daran macht, alles auf den Kopf zu stellen.
    Das Buch ist allerdings empfehlenswert. :)

    Liebe Grüße
    Die Nuss

    • Du kennst den Lehrer nicht – erinnert an einen Bombenleger. Bei dem ist das definitiv nicht süß!

      Brave New World kenne ich nicht, klingt aber irgendwie interessant^^
      Hard to Be a God ist übrigens auch eine Buchverfilmung. Ob das Buch besser ist, weiß ich allerdings nicht ;)

      • Verflucht, jetzt hast du meine Vorstellung vom knuffigen :D-Lehrer dekonstruiert…
        Aber auch Bombenleger-Lehrer können lieb sein, zumindest das!

        Die Nuss

  3. Also ich verstehe russisch und habe den ganzen von dir geposteten Anfang des Film gerade gesehen, weil ich nicht ausschalten konnte. Ich finde es spannend und werde mir den Rest auch ansehen.
    Ich kenne deinen Lehrer nicht, aber ich finde es auch schön, dass er sich so begeistern und mitreißen lässt! Was ist denn schlecht dabei?

    Außerdem: ein Film ist noch nicht deswegen schlecht, weil die Effekte nicht realistisch genug sind, darum gehts doch gar nicht, oder? 1989 hatten die auch noch nicht die Mittel zur Verfügung, die wir haben! Und trotzdem lief in den Medien viel weniger Schrott als heute ;-)

    LG
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.netai.net/

    • Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn sich jemand so von etwas begeistern und mitreißen lässt. Ich fand es bei diesem Film aber etwas merkwürdig. Ich fand es doch sehr denkwürdig, wie geil er auf diese Gemetzel-Szenen (die in dem hier gezeigten ersten Teil auch noch nicht vorkamen) war oder zumindest schien.

      Es ist mir durchaus bewusst, dass die damals noch nicht die moderne Technik von heute hatten, aber darum geht es mir schlussendlich auch gar nicht. Mir persönlich hat es einfach nicht besonders gefallen, wie der Film aufgezogen war. Eben die Tatsache, dass sich in diesem Film ständig irgendwelche Leute gegenseitig die Köpfe einhauen.
      Das ist sicherlich alles – wie so vieles im Leben – Geschmackssache. Meinen Geschmack hat es aber überhaupt nicht getroffen und ganz ähnlich ging es auch der großen Mehrheit meines Kurses ;)

  4. Ach so, ok. Auf Gemetzel stehe ich normalerweise auch nicht so :-) Nur wie du selber sagst, ist davon am Anfang auch noch nix zu sehen :-)

    LG

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