Projekt 365 – Festgehalten in Fotobüchern

Projekt 365 – Festgehalten in Fotobüchern

Ein Entwurf zu diesem Artikel lag ungelogen schon seit Jahren in meinem WordPress-Konto rum. Zunächst geplant als Artikel über „das eine Fotobuch“, gesellte sich nun inzwischen auch noch ein zweites Buch zum zweiten 365-Tage-Projekt hinzu, sodass ich mich dazu entschieden habe, das hier zusammen zu schmeißen.

Fangen wir chronologisch an: Mein erstes 365-Tage-Projekt habe ich vor fast 4 Jahren erfolgreich abgeschlossen. Der treue Leser mag sich noch erinnern. Das Buch habe ich mehr oder weniger parallel zum Verlauf des Projekts direkt in Adobe Lightroom gestaltet. Seit Lightroom 5 (wenn ich mich nicht irre) gibt es dort nämlich eine Funktion zur Erstellung von Fotobüchern, die entweder als PDF oder JPEG-Dateien abgespeichert werden kann. ODER man bestellt das Buch direkt bei blurb. Letzteres habe ich getan. Das funktionierte alles super einfach und bequem. Nur hätte ich mir ab und zu mehr Flexibilität bei der Gestaltung gewünscht. Es gibt wirklich viele Seitenlayouts zur Auswahl, aber leider keine Möglichkeit, diese noch zu verändern und nach seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen. So musste ich das ein oder andere Mal doch Kompromisse eingehen.

Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit diesem Buch. Die Qualität ist wirklich toll. Bei genauer Betrachtung des Drucks kann man durchaus das Druckraster erkennen, aber durch meine Ausbildung bin ich auch schlicht vorbelastet. Solche Dinge nehme ich gerne ganz genau unter die Lupe und sehe da sicherlich Dinge, die ein Otto-Normalverbraucher übersieht, weil er schlicht nicht darauf achtet und es der Betrachtung der Bilder bei gewöhnlichem Abstand überhaupt keinen Abbruch tut.

Unten bekommt ihr einen Einblick in die Gestaltung. Ich habe das sehr einfach gehalten. Der Anfang jedes neuen Monats ist angegeben, aber davon abgesehen habe ich nur selten mal ein paar Worte verloren. Überwiegend sind die Bilder unkommentiert geblieben. Das Buch ist übrigens ca. 30x30cm groß, umfasst 184 Seiten und ist damit gar nicht mal mehr so handlich. Dafür sind aber schön große Bilder drin, deren Betrachtung einfach Spaß macht.

Was ich an diesen „klassischen“ Druckbüchern manchmal etwas nervig finde, ist dieser Bogen, den die Seiten durch die Bindung in der Mitte machen. Unter anderem deswegen habe ich mich beim zweiten Projekt für ein „Echtfotobuch“ anstatt eines gedruckten entschieden. Diese haben auf Grund eines völlig anderen Herstellungsprozesses eine Layflat-Bindung, bei der man also super Bilder über eine Doppelseite verteilen kann, ohne dass Bildteile in dieser nervigen Wölbung verschwinden würden.

Ein Nachteil hier war jedoch die Seitenbegrenzung. Bei vielen Anbieter sind maximal 98 Seiten möglich. Bei Saal-Digital hat man mit maximal 120 Seiten etwas mehr Spielraum, aber auch das führte bei meinen 365 Fotos dazu, dass ich mehr Bilder auf einer (Doppel)Seite unterbringen musste als ich ursprünglich wollte. Das führte zum Ende des Gestaltungsprozesses dazu, dass ich auch die chronologische Reihenfolge nicht mehr ganz so genau nahm und nochmal einiges hin und her geschoben habe. Das ging mit der Software aber sehr gut und man hat hier auch mehr individuelle Möglichkeiten als es in Lightroom der Fall ist. Dafür hantiert man aber eben mit einer zusätzlichen Software (wenn man ansonsten Lightroom für seinen Workflow verwendet).
Ein weiterer Nachteil ist in meinen Augen, dass man kein Vorsatzpapier hat. Will man vor dem tatsächlichen Buchinhalt noch leere Seiten haben, muss man das bei der Gestaltung bedenken. Bei mir sind diese Seiten letztendlich der Seitenbegrenzung zum Opfer gefallen, sodass man nach dem Öffnen des Buchdeckels ohne Umschweife in das Projekt einsteigt.

Nun aber Schluss mit Nachteilen: Ich bin verliebt in dieses Buch! Als ich das Paket erhielt und das Buch nach dem Auspacken zum ersten Mal in der Hand hatte, fiel mir zunächst die tolle Oberfläche des Covers auf. Sie fühlt sich sooo schön samtig und hochwertig an. Und auch das matte Fotopapier des Inhaltes ist total schön. Es hat eine super feine „Struktur“, das habe ich durchaus auch schon gröber gesehen. Und zu guter Letzt muss ich – als Fotomedienlaborantin im Herzen – noch eine Lanze für Echtfotobücher brechen. [Ich habe schon so oft von „Druckqualität“ gelesen, wenn Blogger ganz offensichtlich Echtfotobücher reviewt haben, wo es mir jedes Mal die Nackenhaare aufstellt.]
Inzwischen gibt es zwar tatsächlich auch Druckbücher mit Layflatbindung, aber in aller Regel handelt es sich um Echtofotobücher, wenn man diese flachliegende Bindung hat. Das heißt, dass hier noch ganz „altmodisch“ Fotos auf lichtempfindliches Fotopapier belichtet werden, was dann in verschiedenen chemischen Bädern entwickelt wird. Es wird also keine Farbe auf Papier aufgetragen, sondern die Magie die Chemie genutzt. Dementsprechend kann man hier auch nirgendwo Druckpunkte finden. Die Auflösung von Belichtern ist um ein vielfaches höher als die von Druckern. Deswegen hat man bei echten Fotos einfach eine viel höhere Qualität.
Hach ja, da kommt meine Liebe zum echten Fotoabzug durch. Man verzeihe mir diesen Exkurs, aber vielleicht fand es der ein oder andere ja auch interessant und hat noch etwas dazu gelernt.

Nun „entlasse“ ich euch mit ein paar Eindrücken von der Gestaltung meines zweiten Projekt-Buches.

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Verlassenes Berufsschulinternat

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Lang lang ist es wieder her, dass ich in diesen verlassenen Gebäuden unterwegs war. Es handelt sich bei den folgenden Bildern um eine Berufsschule bzw. das entsprechende Internat dazu. Das ganze war Teil einer Gewächshausanlage, die der Versorgung der DDR mit Gemüse, insbesondere Gurken, Tomaten und Paprika, diente.

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Von den Gewächshäusern ist hier nichts mehr zu erkennen. 1993 wurde der Betrieb eingestellt und 1997 wurden die letzten Gewächshäuser abgebaut und verkauft. Lediglich Schul- und / oder Verwaltungsgebäude – was genau was ist, ist ja nicht immer so leicht zu ermitteln – sind hier noch stehen geblieben und wurden sich selbst überlassen.

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Irgendwie finde ich so alte DDR-Betriebe ja wirklich spannend. Vielleicht hängt es aber auch damit zusammen, dass es davon noch recht viele gibt. In den alten Bundesländern erscheint es mir wesentlich schwieriger, auch nur irgendwelche verlassenen Gebäude zu finden.

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Der „beste“ Moment war übrigens als wir zum Schluss das Gebäude an ein anderer Stelle verließen als wo wir reingekommen waren und dort an einer Mauer, die irgendeine Öffnung der Gebäudes verschloss, ein ziemlich neuwertig anmutendes Schild angebracht war, das das Betreten des Gebäudes verbot. Ups.

Sommer im Wörlitzer Park

Einen super warmen, sommerlichen Tag Ende Mai 2015 nutze ich mit ein paar Freunden für einen Ausflug in den Wörlitzer Park, der Teil des UNESCO-Welterbes „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“ ist.

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Dem guten Wetter entsprechend war dort auch ganz gut was los und dementsprechend war es gar nicht so einfach Fotos ohne fremde Menschen darauf zu machen, wenn man sich nicht gerade auf kleinere Details konzentriert hat. Dazu kommt noch, dass ich ein generelles „Problem“ mit Fotos von irgendwelchen Bauten habe.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es in dem Bereich einfach nicht drauf habe, mir die Geduld und / oder der Blick für die richtige Perspektive fehlt oder ob es doch irgendwie am Motiv liegt. Oftmals habe ich selbst einfach das Gefühl, dass solche Bilder langweilig sind und die Gebäude in Wirklichkeit doch viel interessanter und beeindruckender wirken.

Cracked

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Dementsprechend habe ich meinen Fokus hier auch eher auf andere Details gelegt. Na ja und bei den süßen Schwanküken konnte ich natürlich auch nicht widerstehen.

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LGC 25/52 – Double

Two Times Lotte18-35mm | 22mm | f/5.6 | 1/10s | ISO 100

Unternehmen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit. Um genau zu sein, geht es zurück in den Juli 2015. Für mich persönlich ein ziemlich besonderer Monat mit einigen ungeahnten Höhen, Tiefen und Veränderungen in ziemlich kurzer Zeit.
Aber kommen wir zurück zum Bild: Es sind zu diesem Thema damals mehrere Varianten entstanden und ursprünglich hatte ich mich für eine eventuelle Veröffentlichung für ein anderes Ergebnis entschieden. Inzwischen frage ich mich warum. So gut, fand ich es „damals“ schon nicht, weshalb hier auch die Reihenfolge der Veröffentlichung durcheinander geriet. Nachdem ich mir die Bilder jetzt inzwischen wohl etliche Male nochmal angesehen habe, entschied ich mich dafür, dass diese Version doch gar nicht so schlecht ist.
Der Vollständigkeit halber – „Wait, welche Vollständigkeit?“ könnte man hier fragen, denn beendet habe ich das gesamte Projekt schließlich nie. – durfte dieses Bild jetzt aber doch noch das Licht der Internetgemeinde erblicken.

Papiermühle Halle-Kröllwitz

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Nach der Erkundung des Bahnbetriebswerkes war unsere Tour für den Tag noch nicht beendet und führte uns noch nach Halle zu einer ehemaligen Papierfabrik, die Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurde als der Papierbedarf in Deutschland drastisch anstieg.
Über insgesamt fünf Generationen befand sich die Fabrik im Besitz der Familie Keferstein und nannte sich dementsprechend „Kefersteinsche Papierfabrik Kröllwitz“.
Durch die direkte Lage am Saaleufer wurde die Fabrik mehrfach Opfer von Hochwasserschäden. Ein Brand Anfang des 19. Jahrhunderts zerstörte ebenfalls große Teile der Fabrikgebäude. Die Schäden wurden jedoch wieder behoben und fleißig weiter produziert.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann man hier mit Herstellung von Strohzellstoff, was mit einer enormen Luftverschmutzung einherging. Daher regte sich zunehmend Widerstand in der Bevölkerung bis die Produktion 1940 vollständig eingestellt wurde.

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Colour Your Life

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Es wurde sich bereits mehrfach mit dem Gelände und einer Nachnutzung beschäftigt, u.a. gab es Anfang der 90er Jahre ein umfangreiches Umnutzungs- und Neugestaltungskonzept. Bis heute wurde aber leider (oder für mich zum Glück?!) keines der Konzepte umgesetzt, sodass das Gelände weitgehend sich selbst überlassen ist.

Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn – Was sonst noch so war

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Neben den bereits gezeigten Gebäuden des Bahnbetriebswerks gab es auch noch ein paar Verwaltungsgebäude oder ähnliches, wo unter anderem auch noch sanitäre Einrichtungen zu erkennen waren.

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Auch nicht zu vergessen die guten alten Blümchentapeten.
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In ein großes Gebäude sind wir leider auch gar nicht reingekommen, da Türen und Fenster versperrt und oder zugemauert und die offenen Fenster dann doch zu hoch waren.
Immer schade, wenn man dann einen relativ großen Bereich komplett auslassen muss, aber wir haben trotzdem sehr interessante Orte entdecken können.

Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn – Wasserturm und Stellwerk

Den Wasserturm hatte ich ja bereits erwähnt und da ist mir mal aufgefallen, dass ich gar kein Bild von außen habe. Wundert mich ja selbst. Nun gut, so sei es^^

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Hier war ich noch auf dem Weg nach oben.

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Und schließlich oben angelangt. Ein unglaubliches Gefühl, da oben zu stehen und die Aussicht zu genießen.
Leider musste es dann irgendwann auch wieder runter gehen. Die allerletzte „Treppe“ aufs Dach war eine undokumentierte Holzleiter. Vorher (oder auf dem Rückweg hinterher) war da dann noch diese Metalltreppe, die auf dem Weg nach oben wirklich nicht so schlimm schien.

No looking down!

Weiter ging es dann durch irgendwelche Nebengebäude, die noch folgen werden und schließlich zum Stellwerk.

Ohne Titel Shoe Change.

Für mich war dies definitiv eines der interessanteren Gebäude, auch wenn es nun nicht so groß und umfassend war. Hier ließen sich wenigstens noch technische Einrichtungen erahnen und insgesamt war hier noch relativ viel drin, auch wenn wir mal dahin gestellt lassen, wie Original der ganze Kram ist oder wer womöglich noch später irgendwelchen Kram dort abgeladen hat. Da das Stellwerk aber ja auch erhöht steht, kommt man da nun nicht ganz so einfach hin, um mal eben was abzuladen.

Way Up Open Windows

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Airing the Room

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Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn – Lokschuppen

So bitter.

Unseren ersten Fotostop auf diesem Gelände des Bahnbetriebswerks der Deutschen Reichsbahn machten wir direkt im Lokschuppen. Viel mehr als eine große, leere Halle fanden wir dort allerdings auch nicht vor.
Überall lassen sich die Spuren des Vandalismus nicht nur durch direkt am Objekt erkennen, sondern auch stets durch liegengebliebenen Müll.
Aber auch die Natur erobert sich diese verlassenen Orte zurück und so kann ich es mir auch selten nehmen lassen, Blümchen abzulichten.

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Nature takes back.

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Stop!

Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn – Gute Aussichten

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Es begab sich eines schönen, warmen Samstags gegen Ende Mai des Jahres 2015, dass drei Freunde loszogen die verlassene, zerfallende Nachbarschaft ihrer ostdeutschen Übergangsheimat zu erkunden. Dazu wählten sie zunächst ein altes Bahnbetriebswerk der Deutschen Reichsbahn aus. Eine der drei Freunde war bereits öfter um das Gelände geschlichen, hatte sich jedoch weiter nicht getraut, das Gelände zu entdecken. In der Gruppe war dies wieder ein ganz anderer Fall.

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Und weil es dort so viele unterschiedliche Gebäude und Orte zu entdecken gab, kann man das auch nicht in einen Blogeintrag quetschen. Stattdessen versuche ich es irgendwie thematisch aufzuteilen. Chronologie wird dabei, wie bereits gewohnt, überbewertet. Beginnen wir also mit ein paar Übersichtsbildern, die vom Dach des Wasserturms aus entstanden, aus dem Stellwerk heraus oder einfach nur so Bilder von draußen.

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Zum Erklimmen des Wasserturms mussten einige Etagen von durchaus stabilen, aber geländerlosen Metalltreppen genommen werden. Wie so oft ist es dabei deutlich einfach hoch zu gehen als dann am Ende wieder runter. Der Blick nach unter war dann doch leicht schwindelerregend, aber es hat sich eindeutig gelohnt. Die Aussicht von dort oben war schon sehr sehr cool.

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